Blue Flower

Die italienische Mode unterschied sich von der Mitte des Jahrhunderts an in zunehmendem Maße von der mittel- und nordeuropäischen. Das zeigte sich in der Vorliebe für gemusterte Stoffe, die man entweder glatt oder in gehefteten Röhrenfalten verarbeitete. Der Schnitt des männlichen Anzugs war breiter als der burgundische. Neben dem fußlangen Mantel bürgerte sich ein kürzerer ein, der seinem Träger eine gedrungene Gestalt gab. Der Krempenhut bekam Konkurrenz in einer kleinen Kappe, die keck auf dem langen Haar saß. An dem verschnürten Jäckchen waren die Beinlinge oder Hosen angenestelt. Die Frauen trugen wie ihre Schwestern nördlich der Alpen Ober- und Unterkleid, doch ohne Schleppe. Das Kleid war in Rock und Taille geteilt und auf der Brust, an den Schultern und Ärmeln verschnürt. Der hohe burgundische Kopfputz hatte sich nicht durchgesetzt, vielmehr ließen die jungen Frauen das Haar unbedeckt und schmückten es mit Perlenketten und goldenen Netzen.