Blue Flower

So gibt es Phasen, in denen ausschließlich das eigene Geschlecht mit dem Kleidungsstück betont wird oder man verkörpert das andere Geschlecht. Neben den beiden Varianten der Betonung des eigenen Geschlechts und der Verkörperung "des anderen" bildet die dritte Variante die Nivellierung der Geschlechtlichkeit, im Sinne des Androgyn. So läßt sich vor dem Hintergrund der Kleidergestaltung vermuten, daß die Mode immer zwischen dem Spiel der Geschlechter, dem Androgyn und dessen Aufhebung pendelt. Die Mode, genauer die Körpersilhouette, kann man nun universell in ihrem Zeitablauf als auch konkret einzelne Modsstile daraufhin untersuchen, ob sie eher androgyn (Kindchenschemata), traditionell gynozentrisch bzw. andro-zentrisch (Partnerschema) sind, oder welche Mischformen festzustellen sind und welche Veränderungen sie vollziehen. Die Ausführungen werden sich auf die Betrachtung der Frontal-Silhouette begrenzen, jene allgemein übliche Betrachtungsweise, die Eindeutigkeit gewährleistet und das zu untersuchende Bildmaterial vorherrschend dem Betrachter anbietet. Es ist nun sinnvoll, die Silhouette deskriptiv genauer zu erfassen, sowie die Zuordnung innerhalb der Klassifikation fastzulegen. Die Silhouette der textilen Körperumhüllungen wird maßgeblich durch die Gestaltung an Schulter, Taille und Hüftbereich bestimmt. Komplettiert wird die Bestimmung der Silhouette durch die Länge des Kleidungsstücks, durch die Körpernähe bzw. Körperferne, durch den Ausschnitt und die Ärmel.