Blue Flower

Das Berufsbild des Friseurs hat ganz unterschiedliche Akzeptanz in der Bevölkerung. Für viele übt der Friseur einfach nur einen Handwerksberuf aus, ähnlich wie der Schneider, Schreiner oder Maler. Man geht zu ihm und lässt sich die Haare schneiden, färben oder umformen, genießt die Kopfmassage beim Haarewaschen und hat für die nächsten Wochen wieder eine schöne Frisur. Schon immer war es eine angenehme Randerscheinung des Friseurbesuches, dass man Neuigkeiten erfuhr und sich über die verschiedensten Themen unterhalten konnte, wenn man wollte. Einige sehen ihren Friseur auch als geduldigen Zuhörer, der für die nächsten ein bis zwei Stunden sein Ohr zur Verfügung stellen muss, denn der Kunde ist König. Daher auch der Witz "Dein Friseur ist gestorben? Warum erzählst du ihm das nicht?"
In den letzten Jahrzehnten wurde viel unternommen, um das Image des Friseurberufes zu verbessern, und in der Folge ist sein Ansehen in der Bevölkerung sehr gestiegen. Dein Friseur -Modeberater und Psychologe war ein Slogan, mit dem die Friseurinnung für neue Ausbildungsplätze warb. Viele junge Leute werden heute Friseur mit hohen Erwartungen und Berufszielen. So ist das Haaremachen nur noch ein Teilbereich der Ausbildung. An wichtigster Stelle steht jetzt dagegen der Umgang mit dem Menschen. Das fachliche Können macht nicht einmal 50 Prozent des Erfolges eines guten Friseurs aus, es ist das Einfühlungsvermögen, das zählt. So wählen auch immer mehr Auszubildende mit mittlerer Reife oder Abitur den Beruf.